Ein Besuch in unserer Schule und unserer Projekte in Mombasa voller Emotionen
Nachdem wir einen Tag und eine Nacht damit beschäftigt sind einfach anzukommen, sich von den Strapazen der Reise zu erholen und den Körper an die Temperaturen von mehr als 30°C zu gewöhnen, geht
es am nächsten Morgen in unsere Schule NYOTA ING’ARAYO. Seit Februar 2019 kommen wir jedes Jahr nun schon zum siebenten Mal nach Kongowea.
Doch dieses Mal erwartet uns eine Überraschung mit der wir nicht gerechnet haben:
Die Straße vor der Schule ist schön gepflastert, auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist seit dem letzten Jahr eine nette, kleine Wohnanlage entstanden. Unser Schulhof ist gereinigt, ein
Mülleimer steht in der Mitte des Hofes, die Böden im Gebäude sind gewaschen und die Toiletten sauber. Die Kinder, die uns wie immer herzlich begrüßen, werfen die Verpackung der mitgebrachten
Süßigkeiten in den Behälter. Der Platz für unsere Wasseraufbereitungsanlage wurde erweitert und schützt diese nun ausreichend vor Umwelteinflüssen.
Es macht uns glücklich und zufrieden diese positive Veränderung zu sehen.
Ein Pflichttermin für uns ist der Besuch des Fußballstadions am Samstag. Mit vielen Zusehern können wir die Siege der Burschen und Mädels unserer Schulmannschaft FC Nyota feiern. Besonders die Mädels überraschen uns mit ihrem sicheren Umgang mit dem Ball, ihren Einsatz und ihrer Begabung. Sieben Jahre kontinuierliche Arbeit der Trainer und wöchentliches Training zeigen ihre Erfolge. Das Trainerteam ist sehr verlässlich und hat sich mit Ausnahme vom Damencoach nicht verändert.
Die Einladung unserer Highschool Studenten zu unserem gemeinsamen Mittagessen in die Pizzeria unseres Hotels ist schon liebgewonnene Tradition. Alle freuen sich auf Pizza, Hendl mit Pommes Frites und köstliche Südfrüchte. Die Küchenangestellten bringen uns mit schwungvoller afrikanischer Musik eine Torte und laden alle zum Tanz ein. Diese zwei Stunden sind nicht nur für die Highschool Kids unvergesslich, auch die Hotelangestellten freuen sich mit uns. Die vier Absolventen der High School bekommen als Abschlussgeschenk Geld für das erste Handy ihres Lebens. Die Freude ist groß.
In Einzelgesprächen mit ihnen erfahren wir mehr über die Lebensbedingungen ihrer Familien. Viele ihrer Mütter sind alleinerziehend und gemeinsam mit mehreren Geschwistern teilen sie sich nur
einen Wohnraum. Diese jungen Menschen werden auch weiterhin unsere
Unterstützung benötigen, bis ihre Ausbildung abgeschlossen ist.
Zwei Tage sind wir beim täglichen Fußballtraining der CLUB FIT Akademie dabei. In den zweimonatigen Ferien am Ende des Jahres trainieren nicht nur die U20 der Männer, sondern auch die ganz Kleinen täglich. Franz ist ganz stolz die Fortschritte der Akademie vom Club fit for life zu sehen. Seine Vision in Mombasa eine Akademie zu betreiben hat sich nach sieben Jahren erfüllt.
Unser Begleiter, Freund und Chauffeur Frederick bringt uns am Sonntag in die St. Francis of Assisi Catholic Church zum Gottesdienst. In Gesprächen mit ihm erfahren wir mehr vom täglichen
Lebenskampf, denen der Großteil der Bevölkerung trotz Job ausgesetzt ist. Ohne Krankenversicherung, ohne finanzielle Absicherung bei der Geburt des Kindes, ohne Abfederungen des Staates bei
wirtschaftlichen Notsituationen ist das Überleben sehr schwer. Auch sehen wir, wie sehr die Menschen der Korruption im täglichen Leben ausgesetzt sind. Vanessa, die auch nicht von den Einnahmen
als Hotelmasseurin leben kann, und einen Straßenshop
in der Nähe unseres Hotels betreibt, konnten wir in diesem Jahr maßgeblich unterstützen. Im Laufe des Jahres hat sie Hosen und Taschen auf Bestellung angefertigt und wir füllen damit unseren
großen Koffer, der sich mittlerweile von den mitgebrachten Geschenken geleert hat. Wir bringen diese zu interessierten Freunden nach Österreich - eine Win-Win-Situation. Je mehr wir eintauchen in
dieses Land, je mehr Beziehungen wir zu den Menschen aufbauen, desto mehr sehen wir wie glücklich wir uns schätzen können in Österreich geboren zu sein und in diesem wunderbaren Land leben zu
dürfen.
